DIN EN 388 - Arbeitshandschuhe

Die Norm DIN EN 388 regelt die Anforderungen eines Arbeitshandschuhs, mechanischen Gefahren standzuhalten. Die Norm ist gemäß der Richtlinie 89/686/EWG als Grundlage, um einen zertifizierten Schutzhandschuh auf den Markt zu bringen.

Die Klassifizierungen der Norm sind in vier Hauptgruppen unterteilt, die durch ein Piktogramm auf dem Handschuh veranschaulicht werden:

A) Abriebfestigkeit:

Um die Abriebfestigkeit eines Handschuhs zu bestimmen wird er wiederholt unter Druck über Schleifpapier gerieben. So wird geprüft, wie viele Zyklen benötigt werden, um ein Loch in das Material zu schleifen. Die Abriebfestigkeit wird in vier Klassen unterteilt:

Kl. 1: 100 Zyklen – Kl. 2: 500 Zyklen – Kl. 3: 2000 Zyklen – Kl. 4: 8000 Zyklen

B) Schnittfestigkeit:

Um die Schnittfestigkeit eines Schutzhandschuhs zu bestimmen wird ein rotierendes Kreismesser mit konstanter Geschwindigkeit auf das Material gerieben. Die Schnittfestigkeit wird durch die Anzahl der Zyklen festgelegt, die das Messer benötigt, um durch das Material zu schneiden. Hier wird in fünf Klassen unterteilt:

Kl. 1: 1,2 Zyklen – Kl. 2: 2,5 Zyklen – Kl. 3: 5 Zyklen – Kl. 4: 10 Zyklen – Kl. 5: 20 Zyklen

C) Reißfestigkeit:

Um die Reißfestigkeit des Handschuhs zu bestimmen wird in das Material geschnitten. Anschließend wird gemessen, welche Kraft (in Newton) erforderlich ist, um das Material zu zerreißen. Die Reißfestigkeit wird in vier Klassen unterteilt:

Kl. 1: 10 Newton – Kl. 2: 25 Newton – Kl. 3: 50 Newton – Kl. 4: 75 Newton

D) Durchstichfestigkeit:

Die Durchstichfestigkeit des Handschuhs wird bestimmt, indem ein Nagel eines bestimmten Maßes mit einer Geschwindigkeit von 10cm/Minute in das Material gedrückt wird. Ausschlaggebend ist die benötigte Kraft (in Newton), die der Nagel benötigt, um durch das Material zu stechen. Die Durchstichfestigkeit wird in 4 verschiedene Klassen unterteilt:

Kl. 1: 20 Newton – Kl. 2: 60 Newton – Kl. 3: 100 Newton – Kl. 4: 150 Newton

Hat ein Handschuh bei einer der Kategorien die Ziffer „0“, bzw. ein „X“, so wird die Mindestanforderung der jeweiligen Kategorie nicht erfüllt.

Im Jahr 2016 wurde die DIN EN 388:2016, nach Aktualisierung, um einige Kategorien ergänzt:

Änderung der Abriebfestigkeit:

Die Methode zur Feststellung der Abriebfestigkeit des Handschuhs hat sich geändert. Bisher wurde die Klassifizierung aufgrund des stärksten Materials basiert. Nun wird die Anzahl der Zyklen aller Materialien addiert. Diese Änderung betrifft nur mehrschichtige Handschuhe.

Zusätzlicher Schnittschutz:

Ist das Material des Handschuhs stark genug, um eine Klinge abzustumpfen, so muss die DIN EN 388 durch die ISO 13997 ergänz werden. Dies hängt von der Anzahl der Zyklen ab, die das Material benötigt, um die Klinge abzustumpfen. Die benötige Kraft wird in Newton gemessen. Wird diese Anforderung erfüllt, so wird das Piktogramm durch „A, B, C, D, E oder F“ ergänzt. Die Klassifizierung schlüsselt sich wie folgt auf:

A: 2 Newton – B: 5 Newton – C: 10 Newton – D: 15 Newton – E: 22 Newton – F: 30 Newton

Schlag-/Stoßschutz:

Seit der Aktualisierung wird zusätzlich eine Schlagschutzprüfung durchgeführt. Hat der Handschuh dir Prüfung bestanden, so wird das Piktogramm durch ein „P“ ergänzt.

Sollten Sie weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

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